Nach den Hitzeattacken der letzten Tage ist praktisch über die Nacht die Temperatur um 10 Grad gefallen, grauer Himmel, Dauerregen…vielleicht deswegen eine gute Zeit für etwas Intro- bzw. Retrospektive…
…es sind nur noch wenige Tage bis zum weltweiten Release unserer Platte, drei um genau zu sein…die letzten Wochen haben wir hauptsächlich damit verbracht, die CDs an diverse Magazine/Internet-Blogs/Zeitungen/Veranstalter zu schicken, das Baby sozusagen hinaus in die Welt zu senden, damit es von anderen betrachtet und bewertet werden kann.
Alles hat damit begonnen, dass ich vor zwei Jahren in der S-Bahn saß, mir die seit 2003 angesammelten Demos anhörte und den Entschluss fasste, die Produktion des neuen Albums selber in die Hand zu nehmen. Diese Entscheidung war der Beginn einer wunderbaren Reise…in den letzten 24 Monaten habe ich mehr über Musik gelernt, als ich den vergangenen 17 Jahren meiner „Musikerkarriere“ zusammen…Kompression, Equalising, AD-Wandlung, Frequenzspektren auf der einen Seite, auf der anderen Alpha-Juno Basssounds, Virus Powercore-Strings, gepickte Akustikgitarren, wimmernde Matrix 1000-Flächen…und in der Mitte – natürlich – der Song und die Stimme von Stefanie. Die Arbeit war auch deswegen so erfüllend, weil die Verantwortung bei einem selbst lag, das Schiff immer nach dem eigens vorgegeben Kurs fuhr….und dann die magischen Momente, wenn die Nackenhaare sich beim einspielen/anhören aufrichten und man spürt, wie der göttliche Finger durch einen durchgeht…nicht nur unbezahlbar – sondern auch *lebensnotwendig* für solche Kreaturen wie uns…
Jetzt ist „Natural Minor“ fertig und an diesen 47 Minuten hängen so viele Emotionen und Erinnerungen dran, eine musikalische Postkarte unserer Lebenszeit seit dem Abschluß unserer ersten CD. Es gibt viele Menschen, denen wir danken wollen – und bei denen wir das auch schon getan haben – aber explizit hier im WWW nochmal die Namen von fünf Menschen, ohne die unser Album nicht so gut klingen würde:
Sebastian Ganzlin – für seine so wichtigen fundamentalen akustischen Weisheiten, für die kompetente Beratung in der Anschaffung unseres Studioequiments und für das feine analytische Gehör, das uns einige Male wieder auf den richtigen Weg gebracht hat.
Oliver Modisch – für die Einführung in die wunderbare Welt der analogen Synthesizer, für die einmalige fachliche Beratung (nimm lieber einen Jx-3P als einen Jx-8P) und für den einen großen hilfreichen geistigen „Tritt in den Arsch“ zu Beginn der Produktion. Und Du hast recht: Niemals klangen Synths so warm und geil und fett wie zu Beginn der 80er Jahre. Wir freuen uns wahrscheinlich mehr auf Dein neues Album als Du selbst.
Elias Matt – für „Rain In My Face“, den Song, der das Album auf so wunderbare Weise beschließt, für die vielen kleinen anderen unerwähnten musikalischen Farbtupfer auf der Scheibe und für die Tür, die Du uns mit Deiner Version mit „Theater Of Life“ aufgemacht hast.
Robert Charles Owen – für die wichtigen musikalischen Elemente in „Chocolate Cloud“, die den Song erst zu dem machen, was er ist. Und das First-Take/One-Take Orgel-Solo ist für uns das Highlight der Platte!
Andreas Fuhrmann – Der Unterschied zwischen einer gut klingenden und einer sehr gut klingenden CD ist oft das Mastering und wir können uns für „Rescue Mission“ keinen besseren Mastering-Meister vorstellen als Dich!
Egal was über „Natural Minor“ in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren gesagt und geschrieben werden wird, unser ganzes Herzblut, unser Verstand, unsere Leidenschaft ist auf dieser Scheibe und wir hoffen, dass Ihr das in manchen Augenblicken fühlen könnt.
Denny